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Immobilienmarkt in Deutschland

Wohn- und Gewerbeobjekte entwickeln sich zunehmend unterschiedlich. Der deutsche Immobilienmarkt zeigt weiterhin kein einheitliches Bild. Während Wohnimmobilien vielerorts wieder leicht zulegen, stehen Büro- und Einzelhandelsobjekte stärker unter Druck. Nach dem Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) stiegen die Wohnimmobilienpreise im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,9 Prozent. Eigentumswohnungen verteuerten sich sogar um 2,6 Prozent. Gewerbeimmobilien entwickelten sich dagegen schwächer: Büroobjekte verloren 1,2 Prozent, Einzelhandelsimmobilien 0,2 Prozent.
28. August 2026 durch
Johannes Marondel

Wohnraum bleibt knapp

Der wichtigste Stützungsfaktor für Wohnimmobilien ist der anhaltende Nachfrageüberhang. In vielen Städten und Ballungsräumen werden weiterhin weniger Wohnungen gebaut, als benötigt werden.

Gleichzeitig steigen Baukosten, Finanzierungskosten und regulatorische Anforderungen. Dadurch entstehen weniger neue Wohnungen, was den Druck auf bestehende Objekte erhöht.

Besonders gefragt bleiben:

  • gut gelegene Eigentumswohnungen,
  • energieeffiziente Wohngebäude,
  • Objekte mit guter Verkehrsanbindung,
  • Wohnungen in Regionen mit wachsender Bevölkerung.

Für Käufer bedeutet das allerdings nicht, dass jede Wohnimmobilie automatisch im Wert steigt. Zustand, Energieeffizienz und Mikrolage werden immer wichtiger.

Gewerbeimmobilien reagieren empfindlicher

Büro- und Einzelhandelsimmobilien sind stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig.

Steigende Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten, während schwächere Konjunkturaussichten Unternehmen bei neuen Mietverträgen vorsichtiger machen. Hinzu kommen strukturelle Veränderungen wie Homeoffice und Onlinehandel.

Besonders problematisch sind Bürogebäude mit:

  • schlechter Energieeffizienz,
  • hohen Leerständen,
  • unflexiblen Grundrissen,
  • ungünstiger Verkehrsanbindung.

Bei Einzelhandelsobjekten hängt die Entwicklung stark vom Nutzungskonzept ab. Lebensmittelmärkte oder Fachmarktzentren können weiterhin stabile Mieten erzielen, während schwächere Einkaufszentren oder Ladenflächen in Nebenlagen unter Druck geraten.

Metropolen entwickeln sich dynamischer

In den sieben größten deutschen Städten stiegen die Immobilienpreise im Jahresvergleich um durchschnittlich 2,1 Prozent. Besonders stark entwickelte sich Hamburg mit einem Plus von 3,8 Prozent.

Auch Köln, Frankfurt, Düsseldorf und München verzeichneten steigende Preise.

Das zeigt, dass große Städte trotz höherer Kaufpreise weiterhin von knappen Flächen, Arbeitsplätzen und Bevölkerungswachstum profitieren können.

Allerdings entwickeln sich selbst innerhalb einer Stadt einzelne Viertel sehr unterschiedlich. Ein Durchschnittswert für Hamburg oder München sagt deshalb wenig über den tatsächlichen Wert einer bestimmten Immobilie aus.

Mietentwicklung folgt eigenen Regeln

Interessant ist, dass die Neuvertragsmieten in den Top-Sieben-Städten zuletzt langsamer stiegen als im bundesweiten Durchschnitt.

Während neue Mietverträge in den Metropolen im Schnitt um 1,5 Prozent teurer wurden, lag der Anstieg deutschlandweit bei 3,2 Prozent. In Berlin betrug das Plus nur noch 0,6 Prozent.

Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe. In sehr teuren Städten stoßen Mieten zunehmend an Belastungsgrenzen der Haushalte. Gleichzeitig können regulatorische Vorgaben und eine bereits sehr hohe Ausgangsbasis das weitere Wachstum bremsen.

"Für Anleger und Käufer wird die Auswahl wichtiger als der allgemeine Markttrend. Lage, Nutzung, Energieeffizienz und Finanzierung entscheiden zunehmend darüber, ob eine Immobilie an Wert gewinnt oder verliert."

Für Immobilieninvestoren ist deshalb nicht nur die Kaufpreisentwicklung entscheidend. Auch Mieterträge, Leerstandsrisiken und laufende Kosten bestimmen die tatsächliche Rendite.

Preisentwicklung allein reicht zur Bewertung nicht aus

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, steigende Immobilienpreise automatisch mit einer guten Kapitalanlage gleichzusetzen.

Für vermietete Immobilien zählen zusätzlich:

  • erzielbare Nettomiete,
  • Instandhaltungsbedarf,
  • Finanzierungskosten,
  • steuerliche Belastung,
  • mögliche Modernisierungskosten.

Steigt der Kaufpreis stärker als die Miete, sinkt die laufende Mietrendite. Umgekehrt kann ein preislich gefallener Gewerbestandort interessant werden, wenn die Mieterträge stabil bleiben und der Kaufpreis deutlich günstiger wird.

Der Preisindex zeigt daher den Markttrend, ersetzt aber keine individuelle Objektanalyse.

Energieeffizienz verstärkt die Unterschiede

Die energetische Qualität gewinnt in allen Immobiliensegmenten an Bedeutung. Gebäude mit hohen Energiekosten und großem Sanierungsbedarf müssen zunehmend Preisabschläge hinnehmen.

Bei Gewerbeobjekten ist dieser Effekt besonders stark, weil institutionelle Mieter häufig eigene Nachhaltigkeitsziele erfüllen müssen. Moderne Gebäude profitieren dadurch zusätzlich, während ältere Bestände stärker unter Investitionsdruck geraten.

Auch bei Wohnimmobilien achten Käufer zunehmend darauf, welche Kosten für Heizung, Dämmung oder zukünftige Sanierungen entstehen könnten.

Der Immobilienmarkt wird selektiver

Die aktuellen Zahlen zeigen keinen allgemeinen Immobilienboom, aber auch keinen flächendeckenden Preisverfall. Stattdessen differenziert sich der Markt immer stärker.

Wohnimmobilien profitieren vielerorts von knapperem Angebot und stabiler Nachfrage. Gewerbeobjekte reagieren deutlich empfindlicher auf Zinsen, Konjunktur und strukturelle Veränderungen.

Für Anleger und Käufer wird deshalb die Auswahl wichtiger als der allgemeine Markttrend. Lage, Nutzung, Energieeffizienz und Finanzierung entscheiden zunehmend darüber, ob eine Immobilie an Wert gewinnt oder verliert.

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Digitale Kontoauszüge und Belege archivieren
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