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Identitätsdiebstahl über SCHUFA erkennen

Identitätsdiebstahl wird häufig erst spät sichtbar. Kriminelle können mit gestohlenen persönlichen Daten Waren bestellen, Mobilfunkverträge abschließen oder Kredite beantragen. Der Betroffene erfährt davon möglicherweise erst durch eine Rechnung, ein Inkassoschreiben oder eine ihm unbekannte Kreditanfrage. Eine zusätzliche Kontrollmöglichkeit bieten die bei Auskunfteien gespeicherten Daten. Besonders die SCHUFA kann Hinweise darauf liefern, dass Unternehmen unter dem eigenen Namen Verträge oder Finanzierungen prüfen.
23. Oktober 2026 durch
Johannes Marondel

Unbekannte Anfragen verdienen Aufmerksamkeit

Eine Anfrage bei einer Auskunftei bedeutet nicht automatisch Identitätsmissbrauch. Sie kann beispielsweise aus einem selbst durchgeführten Kreditvergleich oder einer Kontoeröffnung stammen.

Verdächtig sind dagegen Einträge, für die es keine plausible Erklärung gibt. Dazu können gehören:

  • unbekannte Kreditanfragen,
  • fremde Mobilfunkverträge,
  • nicht beantragte Finanzierungen,
  • unbekannte Konten,
  • falsche oder unbekannte Anschriften.

Ein einzelner ungeklärter Eintrag kann noch einen harmlosen Hintergrund haben. Mehrere unerklärliche Vorgänge sollten jedoch sofort überprüft werden.

Die Datenkopie schafft einen Überblick

Verbraucher können nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung eine kostenlose Auskunft über die zu ihrer Person gespeicherten Daten verlangen.

Diese Übersicht sollte nicht nur auf einen sogenannten Score reduziert werden. Interessanter sind gerade bei Identitätsmissbrauch die konkreten Vertragsinformationen und Unternehmensanfragen.

Wer bereits weiß, dass persönliche Daten bei einem Datenleck offengelegt wurden, hat einen besonderen Grund für eine solche Kontrolle. Kriminelle verwenden gestohlene Daten nicht zwingend sofort. Ein Missbrauch kann auch Monate später beginnen.

Persönliche Daten ermöglichen glaubwürdige Verträge

Für Identitätsbetrug ist nicht zwingend ein gestohlenes Passwort erforderlich. Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefonnummer und Ausweisdaten können bereits ausreichen, um Vertragsabschlüsse zu versuchen.

Besonders kritisch sind vollständige Ausweiskopien. Deshalb sollte eine Online-Identifikation nur für selbst begonnene Vorgänge durchgeführt werden. Wer von einem angeblichen Arbeitgeber oder Produkttester aufgefordert wird, sich für eine Kontoeröffnung zu identifizieren, sollte misstrauisch werden.

Auch öffentlich zugängliche persönliche Angaben können Betrügern helfen, gestohlene Datensätze zu ergänzen.

Unbekannte Einträge müssen an zwei Stellen geklärt werden

Ein falscher Eintrag bei einer Auskunftei ist häufig nur die Folge des eigentlichen Problems. Deshalb genügt es nicht, allein die SCHUFA zu kontaktieren.

"Gerade nach einem Datenleck, verlorenen Ausweisdokumenten oder einer ersten fremden Forderung ist die Kontrolle sinnvoll. Unbekannte Einträge sollten dabei nicht isoliert betrachtet werden: Entscheidend ist, sowohl die Auskunftei als auch das Unternehmen hinter dem fraglichen Vertrag einzubeziehen und gleichzeitig die eigenen digitalen Zugänge abzusichern."

Betroffene sollten auch das Unternehmen ansprechen, das den angeblichen Vertrag abgeschlossen oder die Anfrage gestellt hat.

Sinnvoll sind dabei:

  • dem unbekannten Vertrag schriftlich widersprechen,
  • Auskunftei über den Missbrauch informieren,
  • falsche Daten korrigieren lassen,
  • Belege und Schriftverkehr sichern,
  • bei konkretem Betrug Anzeige erstatten.

Rechnungen und Mahnungen sollten keinesfalls ignoriert werden. Gleichzeitig sollte eine fremde Forderung nicht vorschnell bezahlt werden, wenn der zugrunde liegende Vertrag nie abgeschlossen wurde.

Auch die digitalen Zugänge prüfen

Tauchen unbekannte Verträge auf, sollte zusätzlich geprüft werden, ob E-Mail-Konto oder andere wichtige Zugänge kompromittiert wurden. Über ein gekapertes E-Mail-Konto können Täter Bestätigungen abfangen und weitere Passwörter zurücksetzen.

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind unter Passwörter und digitale Identitäten schützen zusammengefasst.

Nach einem konkreten Missbrauch kann es sinnvoll sein, die Auskunfteidaten später erneut zu kontrollieren. Weitere Verträge können zeitversetzt auftauchen.

Fazit

Eine SCHUFA-Auskunft verhindert keinen Identitätsdiebstahl. Sie kann aber sichtbar machen, dass unbekannte Unternehmen Kredite, Verträge oder andere Geschäftsbeziehungen unter dem eigenen Namen prüfen.

Gerade nach einem Datenleck, verlorenen Ausweisdokumenten oder einer ersten fremden Forderung ist die Kontrolle sinnvoll. Unbekannte Einträge sollten dabei nicht isoliert betrachtet werden: Entscheidend ist, sowohl die Auskunftei als auch das Unternehmen hinter dem fraglichen Vertrag einzubeziehen und gleichzeitig die eigenen digitalen Zugänge abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle rechtliche, steuerliche oder finanzielle Beratung. Sicherheits- und Verfahrenshinweise können je nach Bank, Anbieter und persönlicher Situation abweichen. Verbindlich sind die jeweiligen Vertragsbedingungen und Vorgaben des Anbieters.

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