Werte bestimmen die Auswahl der Unternehmen
Glaubensbasierte Fonds verfolgen neben finanziellen Zielen auch ethische oder religiöse Vorgaben.
Diese legen fest, in welche Unternehmen investiert werden darf und welche Branchen ausgeschlossen werden.
Typische Ausschlusskriterien betreffen beispielsweise:
- Alkohol, Glücksspiel oder Tabak,
- Waffen oder Rüstung,
- Pornografie,
- bestimmte Finanzgeschäfte oder Zinsmodelle.
Welche Bereiche tatsächlich ausgeschlossen werden, hängt jedoch von der jeweiligen Glaubensrichtung und der konkreten Ausgestaltung des Fonds ab.
Große Unterschiede zwischen den Strategien
Katholische, evangelische oder islamische Fonds verfolgen keineswegs ein einheitliches Konzept.
Scharia-konforme Fonds verzichten beispielsweise auf klassische Banken, da Zinsgeschäfte nach islamischem Recht nicht zulässig sind. Dadurch fällt der Finanzsektor häufig deutlich kleiner aus als in einem globalen Aktienindex. Gleichzeitig sind Technologieunternehmen oft stärker vertreten.
Christlich geprägte Fonds setzen dagegen teilweise andere Schwerpunkte und schließen je nach Anlagerichtlinien bestimmte Branchen oder Geschäftsmodelle aus. Auch innerhalb christlicher Investmentkonzepte bestehen erhebliche Unterschiede.
Darüber hinaus unterscheiden sich die Strategien regional. Während europäische Fonds häufig Nachhaltigkeitskriterien besonders stark berücksichtigen, investieren vergleichbare Fonds in den USA teilweise deutlich stärker in Energie- oder Verteidigungsunternehmen.
Auswirkungen auf Rendite und Risiko
Jede Einschränkung des Anlageuniversums verändert zwangsläufig die Zusammensetzung eines Portfolios.
Wer bestimmte Branchen ausschließt oder einzelne Sektoren stärker gewichtet, weicht vom Gesamtmarkt ab. Das kann über längere Zeiträume sowohl Vor- als auch Nachteile bringen.
Morningstar stellt fest, dass glaubensbasierte Fonds im Durchschnitt etwas schwächer abschnitten als vergleichbare traditionelle Fonds. Gleichzeitig lagen ihre laufenden Kosten häufig höher. Ursachen sind unter anderem das eingeschränkte Anlageuniversum sowie ein geringerer Wettbewerb, insbesondere bei passiven Produkten.
"Glaubensbasierte Fonds ermöglichen es Anlegern, finanzielle Ziele mit persönlichen Überzeugungen zu verbinden. Gleichzeitig unterscheiden sich die Strategien deutlich stärker, als ihre Bezeichnungen vermuten lassen."
Aus einzelnen Zeiträumen oder Produkten lassen sich daraus jedoch keine allgemeinen Aussagen ableiten. Die Entwicklung hängt immer auch davon ab, welche Branchen gerade besonders erfolgreich oder schwach verlaufen.
Nicht nur auf den Namen achten
Für Anleger reicht es deshalb nicht aus, sich allein auf Begriffe wie "christlich", "katholisch" oder "islamisch" zu verlassen.
Vor einer Investition sollte geprüft werden:
- welche Auswahl- und Ausschlusskriterien gelten,
- welche Branchen besonders stark oder schwach vertreten sind,
- wie sich die Strategie von einem klassischen Weltaktienfonds unterscheidet.
Erst daraus lässt sich beurteilen, ob die Anlage tatsächlich zu den eigenen Wertvorstellungen und Anlagezielen passt.
Werte und Vermögensaufbau verbinden
Glaubensbasierte Fonds ermöglichen es Anlegern, finanzielle Ziele mit persönlichen Überzeugungen zu verbinden. Gleichzeitig unterscheiden sich die Strategien deutlich stärker, als ihre Bezeichnungen vermuten lassen.
Wer ausschließlich auf das Etikett schaut, kann leicht falsche Erwartungen entwickeln. Ein Blick auf die tatsächliche Anlagestrategie, die Branchenverteilung und die Kosten ist deshalb unverzichtbar.