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Auch kluge Köpfe können irren

Sechs spektakuläre Fehlprognosen und ihre Lehren für Anleger Prognosen wirken oft überzeugend, wenn sie von bekannten Ökonomen, Unternehmenschefs oder Notenbankern stammen. Gerade an Finanzmärkten haben solche Aussagen Gewicht. Sie geben Orientierung, beeinflussen Stimmungen und prägen Anlageentscheidungen. Trotzdem zeigt die Geschichte immer wieder: Auch kluge Köpfe können mit großer Sicherheit danebenliegen. FONDS professionell hat dieses Thema aktuell unter dem Titel „Die miesesten Prognosen aller Zeiten“ aufgegriffen und erinnert unter anderem an Irving Fishers berühmte Fehleinschätzung kurz vor dem Börsencrash von 1929.
27. Mai 2026 durch
Johannes Marondel

Irving Fisher und der Crash von 1929

Der Ökonom Irving Fisher erklärte kurz vor dem großen Börsencrash, Aktien hätten ein dauerhaft hohes Niveau erreicht.

Wenig später brachen die Kurse ein.

Die Federal Reserve History beschreibt, dass Fisher diese Einschätzung nach dem Kurshoch von 1929 äußerte; danach endete der Boom abrupt im Crash.

Der Fall zeigt, wie gefährlich scheinbare Stabilität sein kann.

Gerade am Ende langer Aufwärtsphasen wirken Bewertungen oft plausibel.

Rückblickend erkennt man Übertreibungen leichter als im Moment selbst.

„The Death of Equities“ im Jahr 1979

Im August 1979 veröffentlichte BusinessWeek die berühmte Titelgeschichte „The Death of Equities“. Aktien galten damals als unattraktiv, Inflation belastete die Märkte, und viele Anleger hatten das Vertrauen verloren. Bloomberg erinnerte 2019 daran, dass der Markt drei Jahre später seinen Tiefpunkt erreichte und anschließend eine lange Aufwärtsphase begann.

Die Lehre ist klar: Wenn eine Anlageklasse allgemein abgeschrieben wird, kann genau dort langfristiges Potenzial entstehen. Pessimismus ist nicht automatisch ein Verkaufssignal.

„Dow 36.000“ kurz vor der Technologieblase

1999 erschien das Buch „Dow 36,000“. Die Autoren James Glassman und Kevin Hassett erwarteten, dass der Dow Jones diese Marke innerhalb weniger Jahre erreichen könne. Tatsächlich dauerte es rund 22 Jahre, bis der Index diese Schwelle erreichte. Fortune beschrieb den Irrtum später als besonders spektakulär, weil die Richtung langfristig stimmte, der Zeithorizont aber völlig falsch war.

Das ist eine wichtige Unterscheidung. Eine Prognose kann grundsätzlich nicht absurd sein und dennoch für Anleger gefährlich werden, wenn sie viel zu früh kommt.

Bernankes Einschätzung zur Subprime-Krise

Im März 2007 erklärte der damalige Fed-Chef Ben Bernanke, die Probleme im Subprime-Markt dürften auf die breitere Wirtschaft und die Finanzmärkte begrenzt bleiben. Der Guardian dokumentierte diese Einschätzung. Wenig später entwickelte sich daraus eine globale Finanzkrise.

Bernanke war kein oberflächlicher Beobachter. Er galt als Experte für Finanzkrisen und die Große Depression. Gerade deshalb ist dieses Beispiel so lehrreich. Fachwissen schützt nicht davor, systemische Kettenreaktionen zu unterschätzen.

"Fehlprognosen entstehen selten aus Dummheit. Oft entstehen sie aus Erfahrung, die zu stark in die Zukunft verlängert wird. Wer die Vergangenheit gut kennt, sieht neue Brüche manchmal zu spät. Wer eine Krise erlebt, unterschätzt die Erholung. Wer einen Boom erlebt, unterschätzt das Risiko."

Paul Krugman und das Internet

Fehlprognosen entstehen selten aus Dummheit. Oft entstehen sie aus Erfahrung, die zu stark in die Zukunft verlängert wird. Wer die Vergangenheit gut kennt, sieht neue Brüche manchmal zu spät. Wer eine Krise erlebt, unterschätzt die Erholung. Wer einen Boom erlebt, unterschätzt das Risiko."

Steve Ballmer und das iPhone

2007 hielt Microsoft-Chef Steve Ballmer das iPhone für chancenarm am Massenmarkt. Wired dokumentierte seine Einschätzung, dass das Gerät wegen des hohen Preises keine nennenswerten Marktanteile erreichen werde.

Auch hier war der Denkfehler nachvollziehbar. Aus damaliger Sicht war das iPhone teuer und ungewöhnlich. Doch Ballmer unterschätzte, dass ein neues Produkt nicht nur einen bestehenden Markt bedient, sondern diesen Markt selbst verändern kann.

Fazit

Fehlprognosen entstehen selten aus Dummheit. Oft entstehen sie aus Erfahrung, die zu stark in die Zukunft verlängert wird. Wer die Vergangenheit gut kennt, sieht neue Brüche manchmal zu spät. Wer eine Krise erlebt, unterschätzt die Erholung. Wer einen Boom erlebt, unterschätzt das Risiko.

Für Anleger ist die wichtigste Lehre nüchtern: Prognosen sollten nie alleinige Grundlage einer Entscheidung sein. Auch bekannte Namen, überzeugende Argumente und große Sicherheit ersetzen keine Streuung, keine Risikoprüfung und keinen ausreichenden Anlagehorizont.

Märkte bleiben offen. Zukunft ist kein Rechenblatt, das sich einfach fortschreiben lässt. Gerade deshalb ist Demut eine wichtige finanzielle Tugend. Wer Prognosen als Möglichkeit versteht, nicht als Gewissheit, trifft meist bessere Entscheidungen.

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Einkommensfonds rücken wieder in den Blick
Regelmäßige Ausschüttungen, höhere Anleiherenditen und robuste Portfoliostrukturen. Die Finanzmärkte bleiben anspruchsvoll. Aktien schwanken stärker, Anleiherenditen sind wieder interessanter, und die weitere Zinsentwicklung ist schwer vorherzusagen. In diesem Umfeld suchen viele Anlegerinnen und Anleger nach Lösungen, die nicht allein auf Kursgewinne setzen. Genau hier kommen ausschüttende Fonds, häufig auch Einkommensfonds genannt, ins Spiel. Einkommensfonds investieren in Anlagen, die laufende Erträge liefern sollen. Dazu gehören Dividendenaktien, Anleihen, Hochzinsanleihen, Wandelanleihen oder teilweise auch alternative Anlagen. Ziel ist nicht der schnelle Kursgewinn, sondern ein möglichst stetiger Ertragsstrom. Allianz Global Investors beschreibt Einkommensfonds entsprechend als Produkte, die auf stabile Erträge aus Dividendenaktien, bestimmten Anleihen und gegebenenfalls weiteren Anlageklassen ausgerichtet sind.