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Aktives Investieren

Der Index ist ein anspruchsvoller Konkurrent. Mit einem ETF lässt sich ein breiter Aktienmarkt heute zu sehr niedrigen Kosten abbilden. Ein aktiv gemanagter Fonds muss dagegen Research, Fondsmanagement und häufig höhere Handelskosten finanzieren. Damit beginnt er den Wettbewerb mit einem Nachteil: Diese Mehrkosten müssen zunächst verdient werden. Trotzdem kann aktives Investieren sinnvoll sein. Entscheidend ist nicht, ob ein Fonds gelegentlich den Index schlägt, sondern ob seine Strategie langfristig einen Mehrwert bietet, der Kosten und zusätzliche Risiken rechtfertigt.
13. September 2026 durch
Johannes Marondel

Abweichung ist Voraussetzung für Mehrertrag

Ein Fonds kann einen Index nur deutlich übertreffen, wenn er anders investiert als dieser. Das klingt selbstverständlich, führt aber zu einem wichtigen Punkt.

Hält ein aktiver Fonds nahezu dieselben Aktien mit ähnlichen Gewichtungen wie sein Vergleichsindex, bleibt wenig Raum für eine bessere Entwicklung. Gleichzeitig fallen höhere Gebühren an.

Interessant wird aktives Management deshalb dort, wo das Fondsmanagement bewusst eigene Entscheidungen trifft, etwa durch:

  • Konzentration auf besonders überzeugende Unternehmen,
  • Verzicht auf als überbewertet eingeschätzte Indexschwergewichte,
  • gezielte Nutzung weniger effizienter Marktsegmente.

Damit steigt allerdings auch das Risiko, zeitweise erheblich schlechter als der Markt abzuschneiden.

Weniger effiziente Märkte bieten eher Chancen

Bei großen amerikanischen Standardwerten verfolgen zahlreiche Analysten jede Unternehmensmeldung. Neue Informationen werden deshalb meist sehr schnell verarbeitet.

Anders kann es bei kleineren Unternehmen, Spezialmärkten oder bestimmten Schwellenländern aussehen. Dort ist die Analystenabdeckung teilweise geringer. Gute Unternehmensanalyse kann deshalb theoretisch einen größeren Informationsvorteil schaffen.

Auch komplexere Situationen wie Unternehmensabspaltungen, Restrukturierungen oder besondere Anleihemärkte können aktiven Strategien mehr Spielraum bieten als ein sehr transparenter Standardindex.

Kosten bleiben eine hohe Hürde

Angenommen, ein ETF kostet jährlich 0,2 Prozent und ein aktiver Fonds 1,5 Prozent. Der aktive Fonds muss allein 1,3 Prozentpunkte zusätzliche Rendite erzielen, um den Kostennachteil auszugleichen.

Über Jahrzehnte wird dieser Unterschied durch den Zinseszinseffekt erheblich.

Deshalb sollte vor einer aktiven Anlage geprüft werden, ob tatsächlich eine eigenständige Strategie vorhanden ist. Eine hohe Gebühr für ein Portfolio, das weitgehend dem Index folgt, ist besonders schwer zu rechtfertigen.

"Aktives Investieren kann gerechtfertigt sein, wenn ein Fonds einen nachvollziehbaren Vorteil besitzt, tatsächlich vom Index abweicht und seine höheren Kosten durch bessere Renditechancen oder überzeugendes Risikomanagement rechtfertigen kann."

Mehrwert kann auch Risikomanagement bedeuten

Nicht jeder aktive Fonds muss seinen Index in jedem Börsenjahr schlagen. Eine Strategie kann beispielsweise darauf ausgerichtet sein, größere Verluste zu begrenzen oder bestimmte Risiken bewusst zu vermeiden.

Das kann für Menschen interessant sein, die starke Schwankungen schlechter verkraften können.

Entscheidend ist jedoch ein fairer Vergleich. Ein defensiver Fonds sollte nicht allein daran gemessen werden, ob er einen vollständig investierten Aktienindex während eines Börsenbooms übertrifft. Gleichzeitig muss er in schwachen Marktphasen tatsächlich den versprochenen Schutz liefern.

Geduld gehört zur aktiven Strategie

Selbst ein guter Fondsmanager wird nicht jedes Jahr richtigliegen. Eine eigenständige Strategie kann über mehrere Jahre hinter dem Index zurückbleiben.

Wer einen aktiven Fonds nach zwölf schwachen Monaten verkauft und anschließend dem nächsten Gewinner hinterherläuft, kombiniert möglicherweise hohe Kosten mit schlechtem Timing.

Vor der Auswahl sollte deshalb klar sein, warum der Fonds gehalten wird und unter welchen Umständen die ursprüngliche Investmentthese tatsächlich nicht mehr gilt.

Fazit: Aktiv muss wirklich aktiv sein

Aktives Investieren kann gerechtfertigt sein, wenn ein Fonds einen nachvollziehbaren Vorteil besitzt, tatsächlich vom Index abweicht und seine höheren Kosten durch bessere Renditechancen oder überzeugendes Risikomanagement rechtfertigen kann.

Für breite und sehr effiziente Märkte bleibt ein kostengünstiger ETF allerdings ein schwieriger Gegner.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „aktiv oder passiv?“. Sinnvoller ist zu prüfen, wo aktives Management einen realistischen Mehrwert schaffen kann – und wo lediglich für eine indexähnliche Anlage höhere Gebühren bezahlt werden.

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Freistellungsauftrag – Freibetrag gezielt nutzen
Der Sparer-Pauschbetrag funktioniert nur dort automatisch, wo er hinterlegt ist. Kapitalerträge werden grundsätzlich bereits von der Bank besteuert. Ein Freistellungsauftrag verhindert jedoch, dass auf einen bestimmten Teil dieser Erträge überhaupt Kapitalertragsteuer einbehalten wird. Das Prinzip ist einfach, seine praktische Umsetzung bei mehreren Banken dagegen nicht immer. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt derzeit 1.000 Euro pro Person. Zusammen veranlagte Ehegatten und Lebenspartner können einen gemeinsamen Betrag von 2.000 Euro nutzen. Tatsächliche Werbungskosten können bei privaten Kapitalerträgen anstelle dieses Pauschbetrags grundsätzlich nicht geltend gemacht werden.