Der Kaufpreis ist nur der Anfang
Zum Wertverlust kommen Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Reparaturen, Reifen sowie Kraftstoff oder Strom. Bei einem finanzierten Fahrzeug entstehen zusätzlich Zinsen.
Selbst ein Auto, dessen durchschnittlicher Wertverlust nur 4.000€ pro Jahr beträgt, kann deshalb insgesamt 8.000€, 10.000€ oder noch mehr jährlich kosten.
Interessanterweise wird trotzdem häufig über die sichtbarsten Ausgaben diskutiert. Ein paar Cent Unterschied beim Kraftstoffpreis fallen sofort auf.
Ein Wertverlust von mehreren Tausend Euro pro Jahr bleibt dagegen weitgehend unsichtbar, weil dafür keine Rechnung im Briefkasten liegt.
Auch ein bar bezahltes Auto ist wirtschaftlich nicht vollständig „zinsfrei“. Wer 50.000€ aus seinem Vermögen entnimmt, um ein Fahrzeug zu kaufen, bindet Kapital. Hätte dieses Geld alternativ Erträge gebracht, entgeht diese Rendite. Solche Opportunitätskosten werden gern übersehen, weil sie nicht vom Konto abgebucht werden.
Umgekehrt ist auch ein besonders günstiger Kaufpreis kein Garant für niedrige Gesamtkosten. Ein älteres Fahrzeug kann wenig Wert verlieren, dafür aber mehr Kraftstoff verbrauchen oder häufiger Reparaturen benötigen. Ein teureres Fahrzeug kann im Betrieb günstiger sein, aber durch einen hohen Wertverlust dennoch mehr kosten.
Die Haltedauer spielt deshalb eine zentrale Rolle. Wer sein Fahrzeug lange nutzt, verteilt bestimmte Kosten auf viele Jahre und vermeidet mehrfachen hohen Anfangswertverlust. Gleichzeitig können im höheren Alter Reparaturen zunehmen. Die wirtschaftlich günstigste Lösung lässt sich daher nicht allein am Preisschild erkennen.
"Der Kaufpreis wird mit tatsächlichem Wertverlust verwechselt, der Restwert unterschlagen und sämtliche laufenden Kosten bleiben zunächst außen vor. Dazu kommen je nach Kaufart Finanzierungs- oder Kapitalkosten."
Fazit
50.000€÷10 Jahre ergeben mathematisch natürlich 5.000€ pro Jahr. Nur sind 5.000€ damit noch lange nicht die jährlichen Autokosten.
Der Kaufpreis wird mit tatsächlichem Wertverlust verwechselt, der Restwert unterschlagen und sämtliche laufenden Kosten bleiben zunächst außen vor. Dazu kommen je nach Kaufart Finanzierungs- oder Kapitalkosten.
Die bessere Rechnung beginnt deshalb nicht mit der Frage, was das Auto gekostet hat, sondern mit dem, was während der gesamten Nutzungsdauer tatsächlich an Wert und Geld verbraucht wird. Genau dort trennt sich der Kaufpreis von den wirklichen Kosten.