Der Rentenfaktor bestimmt die monatliche Zahlung
Bei privaten Rentenversicherungen wird die Rentenhöhe häufig anhand eines Rentenfaktors beschrieben. Dieser gibt an, wie viel monatliche Rente auf jeweils 10.000 Euro zugrunde gelegtes Kapital entfällt.
Bei einer Einmalzahlung von 100.000 Euro entstehen beispielsweise folgende monatliche Bruttorenten:
- Rentenfaktor 25 Euro: 250 Euro monatlich.
- Rentenfaktor 30 Euro: 300 Euro monatlich.
- Rentenfaktor 35 Euro: 350 Euro monatlich.
Diese Werte sind ausschließlich Rechenbeispiele und keine aktuellen Versicherungsangebote. Ob ein entsprechender Rentenfaktor tatsächlich garantiert wird, hängt von Alter, Tarif, Rentenbeginn und weiteren Vertragsmerkmalen ab.
Mögliche Überschussbeteiligungen können die Auszahlung erhöhen, sind aber regelmäßig nicht in gleicher Weise garantiert.
Eine lebenslange Rente ist nicht mit Kapitalverzehr gleichzusetzen
Wer monatlich 300 Euro erhält, bekommt jährlich 3.600 Euro ausgezahlt. Nach rund 28 Jahren summieren sich die nominalen Zahlungen auf ungefähr 100.000 Euro.
Daraus sollte allerdings nicht geschlossen werden, dass die Versicherung erst nach 28 Jahren wirtschaftlich sinnvoll wäre. Die Zahlungen müssen unter anderem im Zusammenhang mit Kapitalerträgen, Kosten, steuerlicher Behandlung und dem versicherten Langlebigkeitsrisiko betrachtet werden.
Der größte Vorteil einer echten lebenslangen Sofortrente besteht darin, dass die vereinbarte Zahlung grundsätzlich auch dann weiterläuft, wenn der Versicherte ein sehr hohes Alter erreicht.
Dem steht gegenüber, dass das eingezahlte Kapital häufig nicht mehr frei verfügbar ist. Wer bereits die grundsätzliche Entscheidung zwischen Rente oder Kapitalauszahlung betrachtet hat, kennt diesen Zielkonflikt zwischen Sicherheit und finanzieller Beweglichkeit.
"Eine Sofortrente kann besonders dann attraktiv sein, wenn lebenslange, verlässlich kalkulierbare Einkünfte wichtiger sind als die jederzeitige Verfügung über das Kapital. Wer dagegen größere Reserven benötigt oder Vermögen flexibel einsetzen und vererben möchte, sollte auch andere Lösungen prüfen. Entscheidend ist ein Vergleich der garantierten Nettoleistungen über verschiedene Lebensdauern hinweg, nicht allein die Höhe der ersten Monatszahlung."
Hinterbliebenenschutz und Inflation verändern die Rechnung
Eine Sofortrente ohne Hinterbliebenenabsicherung kann eine höhere monatliche Leistung ermöglichen als ein Vertrag mit Rentengarantiezeit oder Beitragsrückgewähr. Solche Zusatzleistungen kosten wirtschaftlich Geld und reduzieren häufig die anfängliche Rentenhöhe.
Auch die Inflation verdient Beachtung. Eine dauerhaft gleichbleibende Rente von 300 Euro verliert bei zwei Prozent jährlicher Preissteigerung über 20 Jahre rund ein Drittel ihrer ursprünglichen Kaufkraft.
Wer die Sofortrente als Ergänzung zu bestehenden Alterseinkünften erwägt, sollte daher zunächst seine persönliche Rentenlücke ermitteln.
Eine Alternative besteht darin, das Kapital selbst anzulegen und regelmäßig Beträge zu entnehmen. Ein solcher Entnahmeplan im Ruhestand bietet mehr Flexibilität, garantiert allerdings keine lebenslange Zahlung.
Die Entscheidung gehört deshalb in eine umfassende finanzielle Lebensplanung.
Fazit: Lebenslange Sicherheit hat einen wirtschaftlichen Preis
Eine Einmalzahlung von 100.000 Euro kann eine zusätzliche lebenslange Rente schaffen. Wie hoch diese ausfällt, lässt sich jedoch nicht allein aus dem Kapitalbetrag ableiten. Alter, Garantien, Vertragskosten und Hinterbliebenenleistungen beeinflussen die monatliche Gegenleistung erheblich.
Eine Sofortrente kann besonders dann attraktiv sein, wenn lebenslange, verlässlich kalkulierbare Einkünfte wichtiger sind als die jederzeitige Verfügung über das Kapital. Wer dagegen größere Reserven benötigt oder Vermögen flexibel einsetzen und vererben möchte, sollte auch andere Lösungen prüfen. Entscheidend ist ein Vergleich der garantierten Nettoleistungen über verschiedene Lebensdauern hinweg, nicht allein die Höhe der ersten Monatszahlung.
Hinweis: Die Rentenfaktoren dienen ausschließlich der Veranschaulichung und sind keine Versicherungsangebote. Der Beitrag ersetzt keine individuelle Finanz-, Versicherungs- oder Steuerberatung.